Archiv für April, 2009

Erste Eindrücke von Jaunty Jackalope

Montag, 27. April 2009, eViL_oNe

Pünktlich zum Release der neuen 9.04 Ubuntuversion am 23.4 habe ich es auch auf meinem Hauptsystem installiert. Zwei Tage darauf folgte auch mein Mac, der Ubuntu-Updates normalerweise erst nach einem gewissen Schluckauf akzeptiert.

Was gibt es neues?

Es hat sich nicht viel gegenüber der schon soliden 8.10er Version getan. Neu hinzugekommen ist OpenOffice.org 3.0 und Amarok 2.0.

Positives

Das Ganze System wirkt solider und schneller.

Die Bootzeit und auch die Arbeitsgeschwindigkeit sind subjektiv betrachtet deutlich besser gegenüber der letzten Version geworden. Gleichzeitig wurde allerdings die Schwelle, die die CPU veranlasst zur vollen Taktfrequenz überzugehen (sog. up_threshold) von 85 auf 95% erhöht. Ich habe diesen Wert durch Manipulation des ondemand-Startscriptes auf 35 optimiert [1]. Dadurch werden die Startzeiten der Anwendungen wesentlich angenehmer, da hier die CPU in seltensten Fällen richtig ausgelastet ist!

War PulseAudio noch unter 8.10 eine Folter, so scheint das System nun langsam ausgereift zu sein. Ich konnte keine Stabilitätsprobleme feststellen. Mein Mac hat allerdings noch einige Anlaufschwierigkeiten mit Pulse. Ich denke dass diese updatebedingt sind.

Es gibt einige neue grafische Gimmicks. So hat Ubuntu einige neue Standardthemes bekommen (etwa das geniale Dust), schönere UI-Notifications, einen neuen Anmeldebildschirm und Boot Splash. Ebenfalls positiv zu vermerken ist, dass das QT4-GTK-Theme jetzt zur Standardauslieferung gehört. Somit wirken KDE4 oder QT4-Applikationen in GNOME nicht länger wie ein Fremdkörper!

Negativ

Wie bei jedem Versionssprung gibt es auch hier wieder einige kleinere Regressionen.

Negativ ist mir aufgefallen, dass es Performanceprobleme mit nvidia und compiz gibt. Erst mit dem Ausschalten des direct rendering konnte ich compiz zu einer akzeptablen Geschwindigkeit motivieren. Ich spiele allerdings noch mit einigen xorg-Schaltern rum. Vielleicht wurde einfach nur eine Default-Eigenschaft geändert ;) . Negativ im indirect rendering mode fällt auf, dass vsync in compiz nicht funktioniert!

Die 2.0er Version von Amarok hat noch einige kleinere Kinderkrankheiten.

Ich schaffe es regelmäßig, dass die Playlist unsichtbar wird, wenn man Amarok in die Tray verkleinert. Ausserdem scheint die Anzeige der gerade gespielten Tracks im Zusammenspiel mit dem Internet-Service last.fm nicht immer hundertprozentig zu funktionieren. Die Soundwiedergabe funktionierte erstmal nicht, da Amarok standardmäßig Xine benötigt, dieses aber nicht automatisch mitinstalliert wurde. Abhilfe schafft die Umstellung des Phonon-Backends auf GStreamer (unter Multimedia in den systemsettings von KDE4) oder die Installation von phonon-backend-xine.

Nicht so gut finde ich, dass einige Features aus der 1.4.x-Version noch nicht in 2.0 angekommen sind. Ich bin jedenfalls auf die 2.1 gespannt. Amarok 2.0 macht einen guten Eindruck und wird sicherlich die Qualität der 1.4 bald erreichen! Für Leute, die nicht bereit sind, auf diese Qualität zu verzichten, bietet sich ein Downgrade auf 1.4.x an [2]. Ich werde es erstmal nicht machen ;)

Meine Fernbedienung auf dem Mac funktioniert nicht richtig. Das ist aber nichts Ungewöhnliches, ließ sie sich in den letzten 3 Versionen ebenfalls nur mit vielen Streicheleinheiten zum Arbeiten motivieren ;) . Ich habe jedenfalls meine verstaubte Audigy4-Fernbedienung an den Mac verlagert. Diese funktioniert zuverlässig und bietet ohnehin mehr Knöpfe und damit mehr Flexibilität.

Fazit

Alles im allen ist 9.04 eine Version, die ich trotz einiger kleinerer Schwächen uneingeschränkt empfehlen kann!

Zum Abschluss noch einige Screenshots. Als Theme verwende ich step into freedom aus dem ZgegBlog. Das Hintergrundbild habe ich von pixel ellipsis

Erster Eindruck Desktop Cube in gewohnter QualitätAmarok2 Rockz!So gefällt mir Windows ;)

[1]: OnDemand Modus der CPU agressiver einstellen [2]: Amarok 1.4.x in Jaunty verwenden